Fleischkonsum und Klimawandel

„Ein Verbrechen gegen die Natur zu begehen, ist eine Sünde gegen uns selbst und eine Sünde gegen Gott.“ (1)

Über die Sorge für das gemeinsame Haus
In seiner jüngst veröffentlichten Enzyklika Laudato si – Über die Sorge für das gemeinsame Haus thematisiert Papst Franziskus die ökologische Krise unseres Planeten. Die Ursachen für den Klimawandel, die Erschöpfung der natürlichen Ressourcen und der Verlust der biologischen Vielfalt sind nicht zuletzt auf uns Menschen zurückzuführen. In der Gemeinsamen Erklärung des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Deutschen Bischofskonferenz von 1985 mahnten bereits beide Kirchen, dass in dieser Konsequenz die Existenzgrundlage jeglicher Kreatur bedroht sei. (2) Der Mensch „selbst hat den Schadenskreislauf durch einen zuerst naiven, dann rücksichtslosen Umgang mit der Natur […] in Gang gesetzt, jetzt muß [sic!] der Mensch sich selbst als Urheber und Betroffener in einem erkennen.“ (3)

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Die Bewahrung der Schöpfung ist christliche Pflicht
Als Christen sind wir dazu aufgerufen, uns um Gottes Schöpfung zu kümmern. Wir können die massiven ökologischen Probleme unserer Umwelt nicht verleugnen und dürfen ihnen nicht mit Gleichgültigkeit begegnen. Angesichts dessen ist ein „Naturverständnis, das den Menschen in falscher Weise in den Mittelpunkt stellt, die Natur bloß als Objekt betrachtet“ nicht weiter tragbar. Es ist unsere christliche Pflicht, mit gutem Beispiel voranzugehen und Konsequenzen aus den Folgen unserer Handlungen zu ziehen. Dabei dürfen wir uns nicht auf den technischen Fortschritt verlassen: „Die Menschheit ist aufgerufen, […] Änderungen im Leben, in der Produktion und im Konsum vorzunehmen“. (4) Jeder Einzelne kann durch sein Tun und Handeln zum Erhalt der Schöpfung beitragen und seine Wertschätzung für das Geschenk des Lebenshauses zum Ausdruck bringen.

Die Tierwirtschaft als Klimasünder
Zu den Hauptverursachern unserer Umweltkrise zählt die Tierwirtschaft. Hier werden neben Ammoniak die drei klimarelevantesten Treibhausgase Kohlenstoffdioxid, Methan und Stickoxid in unvorstellbar großen Mengen erzeugt. Das Worldwatch-Institute fand im Bericht Livestock and Climate Change heraus, dass die Herstellung von Fleisch, Eiern und Milchprodukten für mindestens 32,6 Milliarden Tonnen Kohlenstoffdioxid pro Jahr verantwortlich ist – das ist über die Hälfte aller weltweiten Ausstöße von Treibhausgasen. (5) Dies gilt auch für regionale Lebensmittel und Bio-Produkte: Allein ein Kilogramm Bio-Rindfleisch ist 90-mal belastender für das Klima als dieselbe Menge an konventionellem Gemüse. Bio-Butter ist 10-mal klimaschädlicher als nicht ökologisch hergestellte Margarine. Das deutsche Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) kam in seinem Bericht von 2008 zu dem Schluss, dass eine pflanzliche Ernährung über 40 % der Treibhausgasemissionen einsparen könnte. (6) Des Weiteren sei die Ernährung eines Fleischkonsumenten verglichen mit einer rein veganen Lebensweise für mehr als sieben Mal so viele Treibhausgasemissionen verantwortlich.

Was Sie tun können
Tiere zur Nahrungsmittelgewinnung zu züchten, zerstört unsere Erde – ob durch die Verschwendung von Ressourcen, den Klimawandel, massive Wasser- und Luftverschmutzung oder Bodenerosion. Die Vergangenheit zeigt, dass wir Christen zu lange zu diesem Thema geschwiegen haben. Dabei ist es unsere Aufgabe, die Veränderung zu mehr Nachhaltigkeit und Verantwortungsbewusstsein voranzutreiben. Der Umstieg auf eine vegane Lebensweise ist das Effektivste, das Sie für unseren Planeten und unsere Mitgeschöpfe tun können, „denn die echte menschliche Entwicklung ist moralischer Art“. (7)

Eine Fülle an nützlichen Informationen, Tipps und Rezepten für Ihren Start in ein umwelt- und tierfreundliches Leben finden Sie in unserer kostenlosen Veggie-Broschüre sowie in unserem Veganstart-Programm – probieren Sie es aus!

Quellen
(1) Ansprache an das Umweltsymposium, Santa Barbara, Kalifornien (8. November 1997); Vgl. auch Chryssavgis, John (2012): On Earth as in Heaven. Ecological Vision and Initiatives of Ecumenical Patriarch Bartholomew, New York. Zitiert nach: Papst Franziskus: Enzyklika Laudato si. Über die Sorge für das gemeinsame Haus. Rom (24.05.2015), S. 4.
(2) Vgl. Gemeinsame Erklärung des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Deutschen Bischofskonferenz (1985): Verantwortung wahrnehmen für die Schöpfung.
(3) Ebd.
(4) Papst Franziskus: Laudato si. S. 10.
(5) Worldwatch Institute (2009): Livestock and Climate Change.
(6) Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (2008): BMELV-Bericht zum Klimaschutz im Bereich Land- und Forstwirtschaft.
(7) Franziskus: Laudato si, S. 2.

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