Und führe sie nicht in Versuche

Und führe sie nicht in Versuche sondern erlöse sie von dem Bösen. Wir leben im 21. Jahrhundert, und trotzdem stirbt alle drei Sekunden ein Tier in einem europäischen Versuchslabor. Das sind 20 Tiere in der Minute, 1.200 in jeder Stunde und 28.800 an jedem einzelnen Tag im Jahr. Das Unfassbare: 92 Prozent der an Tieren getesteten Medikamente fallen in den darauffolgenden klinischen Untersuchungen an Menschen durch und kommen niemals in den Handel. Und obwohl es mittlerweile eine Reihe alternativer tierleidfreier Testmethoden gibt, müssen Tiere noch immer für Versuche leiden. Sie werden von ihren Artgenossen isoliert, in winzige Käfige gezwängt und müssen qualvolle Experimente ertragen.

Nicht nur Nager, auch zahlreiche Hunde und Katzen leiden und sterben in Tierversuchslaboren.
Nicht nur Nager, auch zahlreiche Hunde und Katzen leiden und sterben in Tierversuchslaboren.

Was sagt die katholische Kirche?

Im Katechismus der katholischen Kirche, dem Handbuch der Unterweisung in den Grundfragen des römisch-katholischen Glaubens, heißt es: „Medizinische und wissenschaftliche Tierversuche sind in vernünftigen Grenzen sittlich zulässig, weil sie dazu beitragen, menschliches Leben zu heilen und zu retten.“ (2417) (1) Benedikt XVI verabschiedete  diese bis heute verbindliche Richtlinie. Das Wörterbuch definiert den Begriff „vernünftig“ unter anderem folgendermaßen: „von Vernunft zeugend; sinnvoll, einleuchtend, überlegt“. (2) Eine Handlung ist also unter der Prämisse vernünftig, als dass sie auch sinnvoll ist. Auch im § 1 des Tierschutzgesetzes (TierSchG) heißt es, dass „niemand […] einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen“ darf. Der katholische Katechismus und das TierSchG sind sich somit darin einig, dass Tierversuche nur ethisch vertretbar sind, wenn sie sinnvoll zum (gesundheitlichen) Wohlergehen des Menschen beitragen können.

Tierversuche sind keine Notwendigkeit für die Wissenschaft

Heute wissen wir jedoch, dass es nicht möglich ist durch Tierversuche sichere und somit sinnvolle Schlussfolgerungen für den Menschen und unser Wohlergehen zu ziehen. Zum einen führten für den Menschen wichtige Medikamente wie beispielsweise Ibuprofen , Aspirin oder Penicillin in Versuchen zu Vergiftungen und nicht selten zum Tod der Tiere. Zum anderen hatten falsche Mensch-Tier-Übertragungen zahlreichen Pharmakatastrophen zur Folge. Der wohl bekannteste Fall ist das Schlaf- und Beruhigungsmittel Contergan, das Frauen in der frühen Schwangerschaft verabreicht wurde und zu erheblichen Missbildungen der Föten im Mutterleib führte. In den zuvor durchgeführten Tierversuchen konnten jedoch keinerlei derartigen Schäden nachgewiesen werden. Schon zwischen den verschiedenen Tierarten sind die physiologischen Unterschiede sehr groß. Oft reagieren bereits Mäuse und Ratten unterschiedlich auf Tests: Wie soll es also möglich sein, von der Maus auf den Menschen zu schließen? Millionen von Tieren leiden und sterben jedes Jahr für die sogenannte Forschung. Und das, obwohl Tierversuche nachweislich fehlerhaft sind, da sich die Resultate nicht auf den Menschen übertragen lassen.

Tiere sind Geschöpfe Gottes – unsere Mitgeschöpfe

Doch der Katechismus äußert sich auch zum Wohlergehen der Tiere: „Tiere sind Geschöpfe Gottes und unterstehen seiner fürsorgenden Vorsehung [Vgl. Mt 6,26]. Schon allein durch ihr Dasein preisen und verherrlichen sie Gott [Vgl. Dan 3,57-58]. Darum schulden ihnen auch die Menschen Wohlwollen.“ (2416) (3) Diese „Schuld“ scheint jedoch zugunsten unseres eigenen Befindens in den Hintergrund zu rücken – es bleibt nicht mehr viel vom ursprünglich wohlwollenden Gedanken übrig.

Foto: (c)PETA-USA
Foto: (c)PETA-USA

Jährlich werden allein in Deutschland knapp 3 Millionen Tiere getötet

In legalen wissenschaftlichen Experimenten werden Tiere vergiftet, Futter-, Wasser- oder Schlafentzug ausgesetzt, ihre Haut und Augen werden verätzt, sie werden massivem psychischen Stress ausgesetzt, absichtlich mit Krankheiten infiziert, ihr Gehirn wird beschädigt, sie werden gelähmt, operativ verstümmelt, verstrahlt, verbrannt, vergast, zwangsgefüttert, bekommen Stromschläge und werden getötet.

„Nicht ein einziges Medikament zur Behandlung von Krebs am Menschen wurde ursprünglich durch einen Tierversuch gefunden. […] Die Ergebnisse von Tiermodellen für Medikamente oder andere Heilmittel haben nichts als Verwirrung hervorgerufen, und jene Krebsforscher in die Irre geführt, die versuchten, Schlüsse von Mäusen auf Menschen zu ziehen. […] Aus wissenschaftlicher Sicht kann man Versuche an Tieren daher als reinen Betrug bezeichnen. Privat werden sie [die Experimentatoren] eingestehen, dass das Tiermodell nicht funktioniert, aber sie bedenken dies mit einem Achselzucken, da nichts funktioniert“, so der Krebsforscher Dr. Irwin D. J. Bross, Leiter der Abteilung für Lebensstatistik am Roswell Park Memorial Institute von New York.

Unsere Forderung

Tierversuche sind wissenschaftlich nicht haltbar und ethisch nicht vertretbar. Wir von Christen für Tiere fordern daher, Tierversuche gesetzlich zu verbieten. Nur durch diesen wichtigen Schritt ist es möglich, Tiere in Versuchslaboren vor Schmerzen, Leiden und Schäden zu bewahren.

Auf unserer Website kosmetik.peta.de erhalten Sie einen Überblick, welche Kosmetikhersteller keine Tierversuche durchführen oder in Auftrag geben.

Quellen

(1) Katechismus der Katholischen Kirche: Achtung der Menschen und ihrer Güter. (Letzter Zugriff: 11.11.2015)
(2) Duden.de (Letzter Zugriff: 11.11.2015)
(3) Katechismus.

 

 

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