Vegan leben ist Nächstenliebe

Im Mittelpunkt des Neuen Testaments steht Jesu Gebot der Nächstenliebe, doch der Begriff der „Nächsten“ bietet großen Interpretationsspielraum. Wer gehört eigentlich zu meinen Nächsten? Meine Familie? Meine Freunde oder Arbeitskollegen? Das Volk der Gläubigen oder meine Gemeindemitglieder? Ein ehrlicher Blick in die Realität verrät, dass wir den Kreis der Nächsten meist nur auf diejenigen beschränken, die uns nahestehen. Unser Maßstab ist in erster Linie emotional, aber auch pragmatisch bestimmt: Mein Gegenüber weist ein bestimmtes, von mir festgelegtes Merkmal auf, das ihn oder sie zu meinem Nächsten macht. Dementsprechend verwundert es nicht, dass auch unser geliebter Hund oder unsere verschmuste Katze als ebenbürtige Familienmitglieder in den Genuss unserer bedingungslosen Liebe kommen.

Foto: (c)clipdealer
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„Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!“
Die Frage nach den „Nächsten“ wird bereits in der Bibel ausführlich thematisiert. Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter (Lukas 10, 25-37) soll Aufschluss darüber geben:

25 Da stand ein Gesetzeslehrer auf, und um Jesus auf die Probe zu stellen, fragte er ihn: Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen? 26 Jesus sagte zu ihm: Was steht im Gesetz? Was liest du dort? 27 Er antwortete: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deiner Kraft und all deinen Gedanken, und: Deinen Nächsten sollst du lieben wie dich selbst. 28 Jesus sagte zu ihm: Du hast richtig geantwortet. Handle danach und du wirst leben. 29 Der Gesetzeslehrer wollte seine Frage rechtfertigen und sagte zu Jesus: Und wer ist mein Nächster? 30 Darauf antwortete ihm Jesus: Ein Mann ging von Jerusalem nach Jericho hinab und wurde von Räubern überfallen. Sie plünderten ihn aus und schlugen ihn nieder; dann gingen sie weg und ließen ihn halb tot liegen. 31 Zufällig kam ein Priester denselben Weg herab; er sah ihn und ging weiter. 32 Auch ein Levit kam zu der Stelle; er sah ihn und ging weiter. 33 Dann kam ein Mann aus Samarien, der auf der Reise war. Als er ihn sah, hatte er Mitleid, 34 ging zu ihm hin, goss Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie. Dann hob er ihn auf sein Reittier, brachte ihn zu einer Herberge und sorgte für ihn. 35 Am andern Morgen holte er zwei Denare hervor, gab sie dem Wirt und sagte: Sorge für ihn, und wenn du mehr für ihn brauchst, werde ich es dir bezahlen, wenn ich wiederkomme. 36 Was meinst du: Wer von diesen dreien hat sich als der Nächste dessen erwiesen, der von den Räubern überfallen wurde? 37 Der Gesetzeslehrer antwortete: Der, der barmherzig an ihm gehandelt hat. Da sagte Jesus zu ihm: Dann geh und handle genauso! (1)

Die Nächsten: Schwester, Freund und Tier
Das Gleichnis zeigt, dass das Gebot der Nächstenliebe universal ist. Die Nächsten, das sind eben nicht nur Familie und ausgewählte Freunde oder Bekannte, sondern jeder, der Not leidet und unserer Hilfe bedarf. Wer das Gebot der Nächstenliebe, dem Grundpfeiler des Christentums, erfüllen möchte, darf keine willkürlich gewählten Kriterien zur Prämisse seines Handelns machen. Doch genau das tun wir, wenn wir zwischen Mensch und Tier, Hund und Schwein oder Katze und Huhn unterscheiden. Wie können wir es vor Gott und Jesus Christus rechtfertigen, dass wir die Einen lieben und ihnen unsere Fürsorge zuteilwerden lassen, während wir das Leid, das täglich Millionen unserer Mitgeschöpfe wiederfährt, ignorieren?

„Eine Ratte ist ein Schwein ist ein Hund ist ein Junge.“ (2)

Jesus hat uns gelehrt, unsere Liebe und unser Mitgefühl auf die auszuweiten, die schwach, verletzlich und anders sind. Zeigen auch Sie, dass Ihr Kreis der Nächsten nicht bei dem Gericht auf Ihrem Teller endet und dass Sie das Unrecht an unseren Mitgeschöpfen nicht länger dulden können! Sprechen Sie mit Ihrer Gemeinde und organisieren Sie z. B. auf dem nächsten Kirchenfest einen Stand mit veganen Köstlichkeiten.

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Quellen
(1) Gute Nachricht Bibel. Revidierte Fassung. Deutsche Bibelgesellschaft. Stuttgart, 2000.
(2) Ingrid Newkirk (1. Vorsitzende PETA Deutschland e.V.)

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