Wahrung der Schöpfung

„Sie sind in erster Linie keine Nutztiere, die für den Menschen da sind, sondern sie sind für sich selber da. Darin liegt ihre erste Bestimmung.“ (1)

girl-with-pigletsDie Gegenwart zeigt mehr denn je, welches Ungleichgewicht zwischen Mensch und Schöpfung besteht. Klimawandel, Naturkatastrophen und der Welthunger sind Konsequenzen unseres unachtsamen, zuweilen gleichgültigen Umgangs mit unserem Lebenshaus. Die Gier nach technologischem Fortschritt und wirtschaftlichem Wachstum hat unsere Erde an ihre Grenzen gebracht. Umso positiver ist es, dass sich ein neues Bewusstsein zum richtigen Umgang mit unserer Schöpfung entwickelt und auch die Kirchen ihrer Verantwortung als Vorbild zahlreicher Christinnen und Christen nachkommen.

Unsere Pflicht: Die Schöpfung beschützen
Die Frage nach dem richtigen Umgang mit der Schöpfung kann nicht an jene vorbei führen, die, wie wir Menschen, Teil dieser sind: die Tiere. Als Gott den Menschen nach seinem Abbild schuf, übertrug er uns die Pflicht, seine gesamte Schöpfung behutsam und liebevoll zu leiten und vertraute die Tiere unserer Fürsorge an. Dass wir Christen dieser Pflicht nicht nachgekommen sind, zeigt sich in den Wunden unserer Zeit. Das Unrecht, das unseren Mitgeschöpfen tagein, tagaus widerfährt, lastet auf unseren Schultern. Das „Feld der Sünden, die an der Kreatur geschehen, [ist] unüberschaubar weit und die Gründe für eine Beschäftigung mit den Tieren sind vielfältig.“ (2)

Jede „Nutzung“ von Tieren – sei es zur Nahrungsmittelgewinnung, für Bekleidung, Tierversuche oder zur Unterhaltung – widerspricht dem göttlichen Auftrag, ein guter Beschützer der Schöpfung zu sein. Alle Tiere sind Individuen mit eigenen Gefühlen; sie empfinden Freude, Einsamkeit und Angst. Genau wie wir Menschen können sie Schmerz und Leid empfinden. Und jeder von uns, der intensiven Kontakt zu Tieren pflegt, wird bestätigen können, dass sie einen einzigartigen Charakter haben. Obwohl sie uns so gleich sind, degradieren wir sie nach unserem Ermessen zu sogenannten Nutztieren, um unsere Schandtaten an ihnen rechtfertigen zu können.

Ein Verbrechen an der Schöpfung
„Der Sündenkatalog, der mit unserer Fleischbeschaffung zusammenhängt, ist lang“, so der Theologe Dr. Reinhold Then. (3) Die künstliche Zeugung von „Nutztieren“, ihre industrielle und systematische Tötung, die Vergabe beträchtlicher Mengen an Medikamenten und die qualvolle Haltung seien ein Verbrechen an der Schöpfung. (4) Auch die evangelische Kirche manifestiert in ihrer Publikation Zur Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf, dass „das Verhältnis zwischen Mensch und Tier unaufhebbar auch von Gewalt geprägt ist, daß [sic!] aber das Maß der von den Menschen ausgeübten Gewalt vermindert werden kann und muß [sic!].“ (5) Des Weiteren führt sie an, dass der Konsum von Fleisch nach heutigen ernährungswissenschaftlichen Erkenntnissen für eine gesunde und vollständige Ernährung nicht nötig sei. Es gebe also keine ausreichende Legitimation, Tiere für Ernährungszwecke zu töten. (6)

Werden Sie zum Hüter
Gemeinsam können wir dieser Barbarei ein Ende setzen! Mit jeder Mahlzeit entscheiden wir, ob wir den Missbrauch an Gottes Schöpfung für einen kurzweiligen Genuss in Kauf nehmen oder unserem Auftrag des Hüters und Behüters gerecht werden wollen.

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Quellen
(1) Then, Reinhold (2006): Das Seufzen der Schöpfung. In: Bibel heute. Tier und Mensch. Biblische Impulse. Heft 2. Stuttgart. S. 4-5.
(2) Ebd., S. 4.
(3) Ebd.
(4) Vgl. ebd., S. 5.
(5) Ein Diskussionsbeitrag des Wissenschaftlichen Beirats des Beauftragen für Umweltfragen des Rates der EKD (1991): Zur Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf. Hannover.
(6) Ebd.

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