Zu Ostern: Das Leiden der Lämmer

Ostern ist das älteste und höchste Fest im Christentum, zu dem wir Christen der Auferstehung Jesu gedenken. Entsprechend finden sich zahlreiche Rituale und Bräuche rund um die Osterzeit. Vielerorts wird an diesen Tagen traditionell das Osterlamm serviert, dabei gibt es heutzutage genügend Optionen für ein menschen- und tierfreundliches Osterfest!

Opfergaben in der Bibel

Das Lamm gilt im Alten Testament als klassisches Opfertier. In den sogenannten Brandopfern sahen die Menschen die einzige Möglichkeit, für ihre Sündhaftigkeit zu büßen und den Zustand des Friedens zwischen sich und Gott wiederherzustellen. Doch bereits im Alten Testament gab es Propheten, die das Opfern von Tieren kritisierten:

„Schlachtopfer lieben sie, sie opfern Fleisch und essen davon; der Herr aber hat kein Gefallen an ihnen.“ (Hosea 8, 13)

„Was soll ich mit euren vielen Schlachtopfern?, spricht der Herr. Die Widder, die ihr als Opfer verbrennt, und das Fett eurer Rinder habe ich satt; das Blut der Stiere, der Lämmer und Böcke ist mir zuwider. […] Bringt mir nicht länger sinnlose Gaben, Rauchopfer, die mir ein Gräuel sind.“ (Jesaja 1, 11-13)

Im Neuen Testament ist es Jesus selbst, der sich gegen die sogenannten Brandopfer ausspricht: „Steht nicht geschrieben: Mein Haus soll ein Bethaus heißen für alle Völker? Ihr aber habt eine Mördergrube daraus gemacht!“ (Markus 11,18)

Jesus lehrte die Menschen, ihr eigenes „inneres, sündhaftes Tier“ zu überwinden, um somit den Weg zurück zu Gott zu finden. Nicht der Tod führt den Menschen zu Gott, sondern das Leben! Wir sollten dieses Osterfest zum Anlass nehmen, die Botschaft Jesu erneut zu entfalten und das Zeugnis von Mitgefühl und Nächstenliebe in die Tat umzusetzen. Die österlichen Traditionen stehen in einem starken Widerspruch zur Botschaft Jesu, seiner Auferstehung und der Erneuerung unseres Glaubens.

Das Leiden der Schafe und Lämmer

Jährlich werden alleine in Deutschland über eine Million Schafe und Lämmer in Schlachthäusern getötet (Destatis 2014). Die Lämmer werden ihren Müttern bereits nach wenigen Wochen entrissen, gemästet und müssen ihr Leben deutlich vor Erreichen des ersten Lebensjahrs lassen. Die Mutterschafe werden anschließend erneut geschwängert. Werden die Tiere krank oder unfruchtbar, so sind sie meist nutzlos für den Landwirt und werden nach wenigen Jahren ebenfalls im Schlachthaus getötet.

Wissenswertes über Schafe

Schafe sind sehr aufgeschlossene, gesellige und kontaktfreudige Tiere, die sich neuen Situationen mit Bedacht und Vorsicht nähern.1 Sie führen ein komplexes Sozialleben, sind in der Lage, Emotionen zu zeigen und haben – wie alle anderen Lebewesen auch – eine eigenständige Persönlichkeit.

Studien haben bewiesen, dass die Gehirngröße dieser sanftmütigen, gelehrigen Tiere mit der Größe der Gehirne von Rhesusaffen vergleichbar ist und dass sie die gleichen komplexen Strukturen besitzen wie die Gehirne anderer Primaten – so auch des Menschen. Bedingt durch diese Ähnlichkeiten sind Schafe genau wie wir in der Lage, bewusste Entscheidungen zu treffen, sich koordiniert zu bewegen und Gewohnheiten zu entwickeln.2 Schafe haben die beeindruckende Fähigkeit, sich die Gesichter von Menschen und von bis zu 50 anderen Schafen über einen Zeitraum von zwei Jahren zu merken. Selbst nach einer Phase längerer Trennung sind sie in der Lage, diese wiederzuerkennen. Somit können Schafe differenziert lernen und sich Dinge merken. Ermöglicht wird dieses wichtige Sozialverhalten durch bestimmte Nervenverbindungen, die Strukturen im menschlichen Gehirn sehr ähnlich sind.

Was Sie tun können

Ostern bedeutet viel mehr als das Gericht auf dem Teller: Gemeinsam in die Kirche gehen, beten, mit seiner Familie zusammen sein und Jesu Leben und Taten erinnern. Wir haben heute zahlreiche Möglichkeiten, ein köstliches Ostermenü zu zaubern, für das kein Tier leiden musste. Lassen Sie uns gemeinsam eine Tradition der Mitgeschöpflichkeit etablieren – lassen Sie uns gemeinsam das Fest des Lebens und der Auferstehung feiern!

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